Nach dem Nachrecherchieren der Fakten. Alles hier ist belegt oder als Annahme gekennzeichnet.
Gründungsjahr. Die Seite „Geschichte des Vereins“ sagt 1989. Das ist falsch. Der von ihr selbst verlinkte Gründungsbericht steht in Frankfurt Aktuell 1/1999 des ADFC Frankfurt und beschreibt: „Eine Gruppe von Autofreien … schloss sich Anfang Oktober ’98 in Frankfurt/Main zum Verein ‚Autofrei leben e.V.‘ zusammen.“ Eine dritte Quelle von 2017 spricht von „vor über 15 Jahren gegründet“ — passt zu 1998, nicht zu 1989. Ein Verein, der 1989 gegründet worden wäre, hätte sich zudem kaum beim Amtsgericht Stadtroda eintragen lassen. Richtig ist: gegründet Oktober 1998 in Frankfurt am Main. 28 Jahre. Das ist immer noch älter als praktisch jede deutsche Verkehrswende-Initiative — Changing Cities etwa ist gut zwanzig Jahre jünger.
Vier Ortsgruppen — Hamburg, München, Nürnberg, Stuttgart. Unverändert richtig.
Die Regionalgruppe Nürnberg betreibt unter eigenem Namen und eigener Adresse das Bürgerbegehren „Nürnberg autofrei“. Stand der Dinge:
Eröffnung September 2025.
Genauer, damit hier nichts größer klingt als es ist: der Verein hat die Straße nicht selbst umgebaut. Er hat dafür gestritten, und die Stadt hat den Superblock als Pilotprojekt beschlossen. Das ist trotzdem mehr, als die meisten Initiativen je erreichen — und ein stärkeres Argument als jede Mitgliederzahl. Auf der aktuellen Website steht davon praktisch nichts.
Das Quorum stammt aus <em>einer</em> Pressequelle, nicht aus einer Bestätigung des Vereins. Vor jeder Verwendung auf der Seite muss der Vorstand die Zahl bestätigen.
Wer neu auf die Seite kommt, sollte in den ersten zwei Bildschirmen erfahren: Diese Leute haben schon einmal etwas durchgesetzt. Alles andere folgt daraus.
Hier endet das Belegte und beginnt mein Vorschlag. Auf die Frage nach dem Hauptziel — gestellt wurde ausdrücklich auch „Mehr Unterschriften?“ — hat der Vorsitzende genau zwei Dinge genannt: „Informieren über die verschiedenen Tätigkeiten und mehr Mitglieder.“ Unterschriften hat er nicht genannt.
Ich halte trotzdem eine dritte Aufgabe für richtig, weil die tatsächliche Arbeit des Vereins danach aussieht — aber das ist meine Schlussfolgerung, kein Auftrag. Der Vorstand muss ihr zustimmen, bevor sie die Struktur der Seite bestimmt.
| Aufgabe | Was sie braucht | Heute auf der Seite |
|---|---|---|
| Informieren | Auffindbare, aktuelle Inhalte | vorhanden, aber vergraben |
| Mitglieder | Beitritt in Textform, niedrige Schwelle | nur PDF und Post |
| Kampagnenkraft | Unterschriften, Spenden, Mitmachende vor Ort | findet gar nicht statt |
Unterschriften sind die niedrigste Stufe, die es gibt: kein Geld, keine Selbstverpflichtung, kein Konto. Wer unterschreibt, ist danach ansprechbar. Für eine Kampagne ist das die eigentliche Währung — und der Weg dorthin führt über dieselbe Seite.
Mitglied wird nur, wer verbindlich auf ein eigenes Auto verzichtet. Das ist die Identität des Vereins und sein Alleinstellungsmerkmal — aber es ist zugleich eine Obergrenze für die Mitgliederzahl, die keine Gestaltung der Welt anheben kann.
Wer den Verein unterstützen will, aber noch ein Auto hat — Familien auf dem Land, Menschen mit Pflegeaufgaben, Leute mitten im Umstieg — kann heute nichts werden. Nicht Mitglied, nicht Fördermitglied, gar nichts. Andere Organisationen lösen das mit einer Fördermitgliedschaft ohne inhaltliche Bedingung.
Das ist eine Satzungsfrage, keine Designfrage. Aber wenn das Ziel „mehr Mitglieder“ ernst gemeint ist, ist es wahrscheinlich der größere Hebel als das Beitrittsformular — und beide zusammen sind mehr als jeder von beiden.
Vorschlag zur Prüfung durch den Vorstand: zwei Wege nebeneinander.
„Ich habe noch ein Auto, aber ich will, dass ihr weitermacht.“
Die schönste Beitrittsstrecke bringt nichts ohne Menschen davor. Der Verein hat kein Werbebudget, also müssen die Besucher aus etwas kommen, das man teilt oder das gefunden wird.
Das einzige geplante Element, das aktiv Reichweite erzeugt statt sie nur zu verwerten.
Regionalgruppen-Auftritte auf den Verein zurückverweisen, fließt davon etwas zurück.
in Suchmaschinen eingeben. Der Verein hat die Antworten seit Jahren und rankt damit nicht, weil sie in einer TYPO3-Struktur ohne Überschriften-Logik liegen.
Nach Wirkung pro Aufwand:
mit langfristiger Wirkung über Suchmaschinen.
Verhältnis zu den eigenständigen Auftritten der Regionalgruppen weitergeht.
Nürnberg hat eine eigene Website, einen eigenen Namen, eigene Spendenprojekte. Der Bundesverein ist damit heute faktisch ein Dach über einer sehr aktiven Ortsgruppe und drei Kontaktadressen. Bevor die Seite gebaut wird, muss der Vorstand wissen, was sie sein soll:
Haltung, sammelt Mitglieder und verweist auf die Gruppen.
je Stadt. Mehr Wirkung, mehr Reichweite an einem Ort, aber ein Eingriff in die Eigenständigkeit der Gruppen.
Das ist keine Gestaltungsfrage, und sie ist auch nicht vom Entwickler zu beantworten. Aber sie entscheidet über die Struktur der ganzen Seite und gehört deshalb auf die Tagesordnung, bevor gebaut wird.