00
Wie viele Sätze
Bestimmt, ob der Abschnitt gelesen oder überflogen wird.
Alternativen
Fünf ist die Grenze, bis zu der man eine Liste noch als Ganzes wahrnimmt. Drei wären schärfer und würden zwingen, sich auf das Wichtigste festzulegen. Sieben liest niemand zu Ende.
01
Überschrift
Sagt in vier Wörtern, worum es geht — und worum nicht.
so steht es jetzt
Fünf Sätze über Städte.
Alternativen
B
Fünf Sätze, die wir vertreten.
„über Städte“ ist die eigentliche Weiche: sie stellt das Thema auf Orte um statt auf Autofahrer. Aber: sie schließt das Land aus — und dort hat der Verein auch Mitglieder, die es ungleich schwerer haben.
02
Unterzeile
Senkt die Schwelle und nimmt die Abwehr vorweg.
so steht es jetzt
Nicht gegen Autos. Wenn du bei dreien nickst, sind wir schon einer Meinung.
Alternativen
A
Wenn du bei dreien nickst, sind wir schon einer Meinung.
B
Kein Verbot, keine Forderung. Nur fünf Sätze.
C
Man muss keinen davon unterschreiben, um hier weiterzulesen.
Einwand gegen meine eigene Formulierung: „Nicht gegen Autos“ ist selbst eine Verneinung und ruft genau das Wort auf, das niemand denken soll. Wer „nicht gegen Autos“ liest, denkt an Autos und an Gegnerschaft. Variante A lässt es einfach weg — der Rest des Abschnitts beweist es ohnehin.
03
Satz 1
Öffnet — muss zustimmungsfähig sein, bevor irgendetwas behauptet wird.
so steht es jetzt
In der Stadt ist die Frage nicht, ob man ein Auto hat — sondern ob man es braucht.
Alternativen
A
Ein Auto zu haben und eines zu brauchen sind zwei verschiedene Dinge.
B
In der Stadt geht vieles zu Fuß schneller, als man denkt.
C
Die meisten Autos stehen den größten Teil des Tages still.
Der aktuelle Satz enthält wieder ein „nicht“. Variante A sagt dasselbe ohne Verneinung und ist kürzer. Variante C wäre stärker, müsste aber belegt werden — sonst ist es die nächste 1989.
04
Satz 2
Der wichtigste Satz für genau den Leser, den du im Kopf hast.
so steht es jetzt
Wer seins abschafft, macht Platz. Auch für die, die wirklich eines brauchen.
Alternativen
A
Jedes Auto weniger ist ein Parkplatz mehr — für die, die wirklich fahren müssen.
B
Wer aufs Auto verzichtet, verschenkt Platz an alle anderen.
C
Weniger Autos heißt mehr Platz. Auch für die, die fahren.
Hier kippt der Abschnitt vom Appell zum Angebot: der Autofahrer ist Nutznießer, nicht Gegner. Variante A macht es greifbarer — „Parkplatz“ ist konkreter als „Platz“ und trifft den Ärger, den jeder Städter kennt.
05
Satz 3
Der Nutzen, den ein Autofahrer sofort körperlich kennt.
so steht es jetzt
Ruhigere Straßen sind auch für die schöner, die weiterhin fahren.
Alternativen
A
Weniger Verkehr heißt für alle: schneller ankommen. Auch mit dem Auto.
B
Eine ruhige Straße ist für alle Anwohner besser — egal, wie sie unterwegs sind.
C
Wer im Stau steht, steht nicht im Verkehr. Er ist der Verkehr.
A verkauft Zeit, der aktuelle Satz verkauft Ruhe. Zeit sticht — Stau ist der Punkt, an dem auch überzeugte Autofahrer unzufrieden sind. C ist der bekannteste Satz zum Thema und funktioniert, kann aber belehrend wirken.
06
Satz 4
Das Argument, gegen das niemand öffentlich argumentiert.
so steht es jetzt
Kinder, die allein zur Schule kommen, sind der beste Maßstab für eine Straße.
Alternativen
A
Eine Straße ist gut, wenn ein Achtjähriger sie allein überqueren kann.
B
Wo Kinder allein unterwegs sein können, stimmt etwas.
C
Wir hätten gern Straßen, auf die wir unsere Kinder allein lassen.
A ist der stärkste, weil er einen prüfbaren Maßstab nennt statt einer Haltung. Und er lässt sich nicht bestreiten, ohne unsympathisch zu wirken.
07
Satz 5
Der Schluss. Nimmt den Vorwurf vorweg, der bei diesem Verein immer kommt.
so steht es jetzt
Wir fordern nichts. Wir machen es vor — und rechnen es nach.
Alternativen
A
Von dir fordern wir nichts. Wir machen es vor — und rechnen es nach.
B
Wir zwingen niemanden. Wir zeigen, dass es geht — und was es spart.
C
Wir machen es vor, statt es zu verlangen.
Sachlicher Fehler in meiner eigenen Fassung: „Wir fordern nichts“ stimmt nicht. Auf ihrer Positionen-Seite stehen wörtlich Stadtmaut, Parkraumbewirtschaftung, Tempo 30 und ein Verbrenner-Aus. Der Verein fordert sehr wohl — nur eben von der Politik, nicht vom einzelnen Leser. Variante A macht genau diesen Unterschied und ist damit die einzige, die dem Verein keinen Widerspruch einbaut.